Haare färben in der Schwangerschaft

Schwangere Frau mit dunkelbraun gefärbten Haaren
Bild: Shutterstock
F: Kann ich mir während der Schwangerschaft die Haare färben oder blondieren?
 
A: Grundsätzlich gilt das Färben und Blondieren der Haare auch in der Schwangerschaft als risikoarm; vorausgesetzt, die Präparate werden fachgerecht und vorschriftsmäßig angewendet. Die verfügbaren wissenschaftlichen Daten zeigen kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen beim Ungeborenen. Dennoch bedeutet „risikoarm“ nicht automatisch „völlig risikofrei“, da die Studienlage hierzu insgesamt begrenzt ist.
 
Vor dem Färben oder Blondieren empfiehlt es sich, dass du - oder dein Friseurteam - einen Hautverträglichkeitstest sowie eine Probesträhne durchführst. Dieser Schritt wird vor jeder chemischen Farbbehandlung dringend nahegelegt, ganz besonders jedoch während oder kurz nach einer Schwangerschaft.
 
Schwangerschaftshormone können die Haarstruktur und deine Haut spürbar verändern. Viele Frauen bemerken in dieser Zeit Veränderungen der Haarqualität. Ein verstärkter Haarausfall tritt dagegen meist erst in den Monaten nach der Entbindung auf (das sogenannte Postpartum-Effluvium). Zudem kann dein Haar plötzlich anders als gewohnt auf Haarfarben, Blondierungen, Dauerwellen oder sonstige chemische Dienstleistungen reagieren.
 
Durch die hormonelle Umstellung neigen manche Frauen schneller zu Hautreizungen. Zudem wird der Geruch von Farb- oder Blondierpräparaten oft als unangenehm oder gar übelkeitserregend empfunden. Ein starker chemischer Geruch bedeutet jedoch keineswegs zwangsläufig, dass du einer gesundheitsgefährdenden Konzentration an Inhaltsstoffen ausgesetzt bist.
 
Wenn du dich dafür entscheidest, deine Haare während der Schwangerschaft zu färben oder zu blondieren, solltest du folgende Standard-Vorsichtsmaßnahmen beachten:
 
• Die Behandlung immer in einem gut belüfteten Raum durchführen
 
• Unnötigen Produktkontakt mit der Kopfhaut vermeiden
 
• Geeignete Einweg-Handschuhe tragen
 
• Die Herstellerangaben zu Mischungsverhältnis und Einwirkzeit exakt einhalten
 
Als hautfreundliche Alternative zur Ganzkopf-Färbung oder Komplettblondierung bieten sich moderne Strähnentechniken an (wie Foliensträhnen, Lowlights oder Balayage). Bei diesen Techniken kommt das Präparat gar nicht erst direkt mit der Kopfhaut in Berührung, was eine potenzielle Resorption über die Haut noch weiter minimiert.
 
Ein Verträglichkeitstest ist wichtig, weil sich eine Überempfindlichkeit oder Kontaktallergie gegen Haarfarben selbst dann spontan entwickeln kann, wenn du das Produkt vor der Schwangerschaft jahrelang problemlos vertragen hast. Befolge dazu einfach die Anweisungen des Herstellers auf der Packung und halte die angegebene Wartezeit genau ein. Sollten Rötungen, Juckreiz oder Schwellungen auftreten, darf das Produkt keinesfalls angewendet werden. Bedenke jedoch: Selbst ein unauffälliger Hauttest bietet keine absolute Garantie dafür, dass bei der eigentlichen Farbbehandlung gar keine allergische Reaktion auftritt.
 
Bei einer Probesträhne wird ein kleines Passee (eine schmale Haarsträhne) mit der vorgesehenen Rezeptur behandelt. So lässt sich vorab genau beurteilen, wie das Haar die Nuancierung annimmt, ob die Haarstruktur stabil bleibt und welches Farbergebnis tatsächlich zu erwarten ist.
 
Viele Frauen verzichten im ersten Trimenon (den ersten 12 Schwangerschaftswochen) bewusst auf chemische Behandlungen. Das ist vor allem eine persönliche Vorsichtsmaßnahme und weniger eine medizinische Notwendigkeit. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass fachgerechtes Haarefärben im ersten Trimester schädlich ist. Aktuelle medizinische Leitlinien stufen das Färben und Blondieren bei sachgemäßer Anwendung durchweg als risikoarm ein.
 
Wichtig ist jedoch die klare Abgrenzung von klassischen Haarfarben zu chemischen Haarglättungen. Bestimmte Glättungsprodukte können unter der Hitzeeinwirkung des Glätteisens gesundheitsschädliches Formaldehyd freisetzen. Solche Behandlungen müssen während der Schwangerschaft daher gesondert bewertet und im Zweifel unbedingt vermieden werden.
 
Diese Information dient ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Bedenken oder spezifischen Fragen wende dich bitte an deine Gynäkologin oder deinen Gynäkologen.
 
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Färben