Haare trocknen vor dem Schlafen

A: Nun, deine Haare vor dem Schlafen zu trocknen, ist tatsächlich eine hervorragende Idee. Allerdings nicht aus den Gründen, die deine Mutter oder Großmutter dir vielleicht predigen. Wenn du mit feuchtem Haar schlafen gehst, bekommst du weder eine Lungenentzündung noch sonstige Krankheiten. Es gibt jedoch einige eindeutige, wissenschaftlich belegte Gründe, warum du deine Haare vor dem Zubettgehen gründlich trocknen solltest.
1. Strukturelle Haarschäden & hygrale Ermüdung
Wasser verändert die physikalische Struktur deines Haares grundlegend. Wenn Feuchtigkeit in die äußere Schuppenschicht (Kutikula) eindringt, gelangt sie bis in den inneren Kern des Haares (Cortex). Dort bricht das Wasser die vorübergehenden Wasserstoffbrückenbindungen, wodurch der Haarschaft aufquillt.Wenn das Haar über längere Zeit nass bleibt – wie es beispielsweise über Nacht der Fall ist –, dehnt es sich beim langsamen Trocknen kontinuierlich aus und zieht sich wieder zusammen. Dieses wiederholte Anschwellen und Schrumpfen führt zu einer enormen strukturellen Belastung, die in der Fachwelt als hygrale Ermüdung (Hygral Fatigue) bekannt ist. Mit der Zeit schwächt das die schützende Schuppenschicht, erhöht die Porosität des Haares und führt zu chronischem Frizz sowie Glanzlosigkeit.
Das ist besonders problematisch, wenn du dein feuchtes Haar unter Hauben, Tücher oder enge Mützen wickelst: Die eingeschlossene Feuchtigkeit kann nicht verdunsten und zwingt das Haar dazu, stundenlang in diesem aufgequollenen, extrem anfälligen Zustand zu verharren.
2. Reibung und Haarbruch
Da Wasser die strukturellen Wasserstoffbrücken bricht, ist das Haar im nassen Zustand deutlich instabiler und dehnbarer. Wenn du mit feuchtem Haar ins Bett gehst und dich nachts hin und her wälzt, wird es in alle möglichen unnatürlichen Formen gepresst.Die Reibung am Kopfkissen zieht kontinuierlich an diesen geschwächten Strähnen, was zu Verfilzungen, Knoten und starkem Haarbruch führt. Selbst wenn du dein Haar zu einem lockeren Zopf zusammenbindest, riskierst du hartnäckige Knicke, die du später nur mit zusätzlichem Styling-Aufwand wieder glatt bekommst.
3. Kopfhautgesundheit und Mikrobenwachstum
Zu guter Letzt geht es um das Mikroklima deiner Kopfhaut. Wenn du deinen feuchten Kopf auf ein Kissen legst, entsteht eine warme, feuchte und schlecht belüftete Umgebung.Abgesehen davon, dass sich dadurch ein unangenehmer, muffiger Geruch entwickeln kann, ist dieses Klima das perfekte Paradies für Mikroben – insbesondere für einen natürlich vorkommenden Hefepilz namens Malassezia. Durch die stundenlange Feuchtigkeit kann sich dieser Pilz übermäßig vermehren, was zu Kopfhautreizungen, starkem Juckreiz, Schuppen und Erkrankungen wie seborrhoischer Dermatitis führen kann.
Darüber hinaus bieten feuchte Kissen die ideale Umgebung für Schimmelpilzsporen und Hausstaubmilben, um sich in deinem Bettzeug einzunisten und weiter zu vermehren.
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