Rauchen und ergrauendes Haar

A: Nun, streng genommen gibt es keine Forschung, die beweist, dass Rauchen bei absolut jedem Menschen direkt zu grauen Haaren führt. Was Studien jedoch konsequent zeigen, ist, dass Rauchen zu einer vorzeitigen biologischen Alterung beiträgt – und vorzeitiges Ergrauen (oft definiert als Ergrauen vor dem 30. Lebensjahr) ist eines der sichtbaren Zeichen dieses Prozesses. Tatsächlich haben Beobachtungsstudien ergeben, dass Raucher etwa 2,5-mal häufiger vorzeitig ergrauen als Nichtraucher. Das Risiko steigt dabei, je mehr und je länger eine Person raucht.
Wie es zum Pigmentverlust kommt
Graues Haar entsteht, wenn die pigmentproduzierenden Zellen in den Haarfolikeln – die sogenannten Melanozyten – aufhören, Melanin zu produzieren. Melanin ist das Pigment, das dem Haar seine Farbe verleiht. Bei den meisten Menschen wird dieser allmähliche Pigmentverlust weitgehend durch Vererbung gesteuert und geschieht natürlicherweise mit dem Alter.Forscher haben jedoch auch Hinweise darauf gefunden, dass bestimmte Faktoren – wie lang anhaltende Krankheiten, Phasen erheblichen emotionalen oder körperlichen Stresses, Nährstoffmangel und einige medizinische Behandlungen – dazu führen können, dass Melanozyten sowie die Melanozyten-Stammzellen, die sie erneuern, früher als erwartet ihre Funktion einstellen.
Wie Rauchen die Haarfollikel beeinflusst
Rauchen setzt den Körper verschiedenen Arten von Stress aus:• Oxidativer Stress & DNA-Schäden: Zigarettenrauch enthält Tausende von Chemikalien, darunter Substanzen, die den oxidativen Stress drastisch erhöhen – ein Prozess, der Zellen durch die Wirkung instabiler Moleküle (sogenannter freier Radikaler) schädigt. Melanozyten und die ihnen zugrundeliegenden Stammzellen reagieren offenbar besonders empfindlich auf oxidative Schäden. Wissenschaftler nehmen an, dass eine langfristige Exposition gegenüber Zigarettenrauch die Zerstörung dieser Zellen beschleunigt. Dadurch fehlen dem Follikel die Reserven, die für eine normale Pigmentproduktion beim Nachwachsen neuer Haare erforderlich sind.
• Reduzierte Blutzirkulation: Rauchen kann auch die Blutzirkulation der Haut und der Kopfhaut beeinträchtigen. Nikotin verengt die Blutgefäße, was bedeutet, dass die Haarfollikel weniger Sauerstoff und Nährstoffe erhalten. Das kann im Laufe der Zeit zu Veränderungen der Haargesundheit und der Pigmentproduktion beitragen.
• Systemische Entzündungen: Darüber hinaus wird Rauchen mit chronischen Entzündungen sowie Schäden an Proteinen und der DNA in Verbindung gebracht, die beide stark mit beschleunigter Alterung zusammenhängen.
Mehrere Beobachtungsstudien haben bestätigt, dass Raucher deutlich häufiger vorzeitig ergrauen als Nichtraucher. Obwohl diese Ergebnisse eher einen starken statistischen Zusammenhang und klare biologische Mechanismen zeigen als einen absoluten Beweis für Ursache und Wirkung in jedem Einzelfall, gilt Rauchen als ein wesentlicher, vermeidbarer Risikofaktor für früheres Ergrauen.
Diese Antwort dient ausschließlich Informationszwecken. Für medizinischen Rat wende dich bitte an einen Arzt.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu graues Haar