Haarglättung und Schwangerschaft

A: Es ist wissenschaftlich gut belegt, dass der Körper einer Frau während der Schwangerschaft und in der ersten Zeit nach der Geburt drastische Veränderungen durchmacht. Durch diese hormonellen Schwankungen kann es passieren, dass gewohnte Salonbehandlungen nicht wie üblich anschlagen. Dazu gehören allen voran das Färben, Dauerwellen und das chemische Glätten der Haare.
Unvorhersehbare Ergebnisse bei chemischen Behandlungen
Es gibt gute Gründe dafür, dass solche Behandlungen kurz nach einer Schwangerschaft nicht wie gewünscht funktionieren:• Schwankende Porosität: Das Haar kann plötzlich deutlich resistenter oder auch poröser sein als gewohnt. Das kann ohne Vorwarnung dazu führen, dass das Mittel zu schwach wirkt, das Haar geschädigt wird oder das Ergebnis ungleichmäßig ausfällt.
• Ungleichmäßige Reaktionen der Kopfhaut: Da sich die hormonellen Auswirkungen auf der Kopfhaut von Stelle zu Stelle unterscheiden können, reicht eine einfache Probesträhne oft nicht aus, um das Gesamtergebnis verlässlich vorherzusagen.
Empfindlichkeit von Haut und Kopfhaut
Die Hormonumstellung im Wochenbett kann auch verändern, wie der Körper auf die verwendeten Produkte reagiert:• Verstärkte chemische Reaktionen: Die Haut kann wesentlich empfindlicher auf Chemikalien ansprechen. Die Folge können Kopfhautreizungen, Kontaktdermatitis oder im schlimmsten Fall sogar chemische Verbrennungen sein.
• Geruchsempfindlichkeit: Dämpfe und intensive chemische Gerüche können zum Problem werden, wenn sie unerwartet starke Übelkeit oder Unwohlsein auslösen.
Bedenken wegen des Haarausfalls nach der Geburt
Auch der Zeitpunkt spielt eine entscheidende Rolle – vor allem mit Blick darauf, was nach der Entbindung mit den Haaren passiert:• Bevorstehender Haarausfall: Etwa zwei bis vier Monate nach der Geburt führt der plötzliche Östrogenabfall häufig zu einer Phase vorübergehenden, verstärkten Haarausfalls (dem sogenannten telogenen Effluvium).
• Erhöhtes Risiko für Haarbruch: Beim chemischen Glätten werden die Disulfidbrücken (die Strukturbindungen) des Haares aufgebrochen. Werden nur drei Wochen nach der Geburt aggressive Chemikalien aufgetragen, wird das Haar unmittelbar vor dieser natürlichen Ausfallphase extrem geschwächt. Das kann zu massivem Haarbruch führen.
Chemische Dämpfe und Sicherheit beim Stillen
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherheit im Hinblick auf die verwendeten chemischen Rezepturen:• Belastung durch Dämpfe: Viele professionelle Glättungs- und Keratinbehandlungen basieren auf Formaldehyd oder Stoffen, die Formaldehyd freisetzen. Beim Erhitzen entstehen beißende Dämpfe, die Augen, Nase und Atemwege reizen. Das sollte in der Nähe eines Neugeborenen sowie in schlecht belüfteten Salons unbedingt vermieden werden.
• Bedenken beim Stillen: Wenn deine Tochter stillt, können zwar winzige Spuren der üblichen Behandlungsstoffe über die Kopfhaut in die Blutbahn gelangen. Diese Mengen stellen für gestillte Babys in der Regel kaum ein Risiko dar – dennoch sollte immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.
Ich bin mir sicher, dass man bei genauerer Suche einen Friseur findet, der das Geld gerne nimmt und jede gewünschte Behandlung sofort durchführt. Allerdings ist es sehr löblich, dass die Friseurin deiner Tochter in erster Linie an deren Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Haare denkt. Ein paar Monate zu warten, bis sich der Hormonhaushalt wieder stabilisiert hat, ist für die Sicherheit und ein schönes Ergebnis definitiv der beste Weg.
Diese Antwort dient ausschließlich Informationszwecken. Für medizinischen Rat wende dich bitte an einen Arzt.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haarstyling