Komplett auf Grau umsteigen

Frau mit kurzen grauen Haaren
Bild: Milan Ilic Photographer/Shutterstock
F: Ich habe kurze graue Haare, die ich seit Jahren färbe, und ich habe einfach keine Lust mehr auf den ständigen Pflegeaufwand. Alle paar Wochen kommt der graue Ansatz wieder durch und ich hasse diesen auffälligen Nachwuchs einfach. Ich bin bereit, mit dem Färben aufzuhören und mein natürliches Grau zu akzeptieren, möchte mir die lange, anstrengende Übergangsphase aber nach Möglichkeit ersparen.
 
Kann ich Colorfix verwenden, um die künstliche Farbe aus meinen Haaren zu entfernen, damit mein natürliches Grau wieder zum Vorschein kommt? Bringt es mich zu meiner ursprünglichen grauen Haarfarbe zurück oder gibt es ein anderes Produkt, das besser funktioniert? Und was ist überhaupt der beste Weg, um ohne zu große Schäden zu meinem natürlichen grauen Haar zurückzukehren?

 
A: Ich habe mich ein bisschen darüber informiert, wie Farbentferner funktionieren, und die kurze Antwort lautet: Nein. Colorfix wird dein Haar nicht zu seiner natürlichen grauen Farbe zurückbringen.
 
Hier ist der Grund dafür: Wenn Haar mit permanenter Haarfarbe gefärbt wird, nutzt dieser Prozess einen Entwickler (Wasserstoffperoxid), um die Schuppenschicht der Haare zu öffnen und die künstlichen Pigmente einzulagern. Dieser Entwickler hellt das natürliche Melanin (die körpereigenen Farbpigmente) in deinem Haar dauerhaft auf, noch bevor die neue Farbe überhaupt eingelagert wird.
 
Zwar fehlt grauem oder silbernem Haar von Natur aus Melanin, aber alle verbliebenen dunklen Strähnen, die du mal hattest, wurden durch den Entwickler bei früheren Färbungen dauerhaft aufgehellt. Zudem können graue Strähnen selbst durch die künstliche Farbe verfärbt oder durch den chemischen Prozess leicht vergilbt sein. Das bloße Entfernen der künstlichen Farbe wird deinen ursprünglichen kühlen Silberton also nicht wiederherstellen, da die zugrundeliegende Haarbasis dauerhaft verändert wurde.
 
Produkte wie Colorfix schrumpfen lediglich die künstlichen Farbmoleküle und waschen sie aus. Was darunter übrig bleibt, ist jedoch keine unbehandelte Haarstruktur, sondern eine durch den Entwickler veränderte Basis – und die endet fast immer in einem warmen, kupferfarbenen, orangen oder gelblichen Ton statt in Silbergrau.
 
Dennoch kann Colorfix ein wirklich hilfreicher erster Schritt bei deinem Übergang sein, vorausgesetzt, du beachtest ein paar wichtige Punkte:
 
• Schritt 3 richtig verstehen: Schritt 3 bei Colorfix enthält einen geringen Prozentsatz Entwickler. Dieser dient als Test, um zu sehen, ob die Farbmoleküle tatsächlich vollständig ausgewaschen sind. Wenn noch geschrumpfte Farbmoleküle im Haar verblieben sind, führt das Auftragen von Schritt 3 dazu, dass sie reoxidieren – dein Haar wird dann sofort wieder genauso dunkel wie vor der Behandlung.
 
Viele Leute überspringen Schritt 3 deshalb bewusst, um ein plötzliches Nachdunkeln zu vermeiden. Aber sei dir im Klaren: Wenn du ihn überspringst, ohne das Haar gründlich genug auszuspülen, können die Farbmoleküle in den folgenden Tagen allein durch den Luftsauerstoff trotzdem reoxidieren. Der eigentliche Schlüssel zum Erfolg liegt darin, das Haar nach der Anwendung 15 bis 20 Minuten lang kräftig auszuspülen und mehrmals zu shampoonieren, um diese Moleküle physikalisch komplett herauszuwaschen.
 
• Farbentferner blondieren nicht, trocknen das Haar aber aus: Colorfix verursacht zwar keine schweren strukturellen Schäden wie eine klassische Blondierung, aber die chemische Reaktion und das ausführliche Ausspülen können das Haar extrem austrocknen. Gönn deinen Haaren danach also unbedingt eine reichhaltige Tiefenpflege oder eine intensive Haarkur.
 

Der beste Weg für deinen Übergang

• Entferne die überschüssige Farbe: Nutze Colorfix (oder einen ähnlichen Farbentferner auf Schwefelbasis), um so viel dunkles, künstliches Pigment wie möglich abzubauen, damit du eine deutlich hellere Ausgangsbasis bekommst.
 
• Töne das Haar in einem kühlen, hellen Ton: Sobald die künstliche Farbe entzogen ist, wirst du wahrscheinlich eine eher warme, kupferfarbene Basis haben. Das Auftragen einer kühlen semi- oder demi-permanenten Tönung mit violetten oder blauen Untertönen (wie etwa eine Asch- oder Silbertönung) neutralisiert diesen Gelb- oder Orangestich. Kühle Töne lassen sich später nämlich deutlich unauffälliger mit einem natürlichen silbernen Ansatz verbinden als warme Braun- oder Orangetöne.
 
• Nutze Techniken zum Kaschieren (Gray Blending): Bitte eine Stylistin oder einen Stylisten, dir kühle Highlights und Lowlights (in Silber oder Asch) zu setzen, um die harte Kante zum Nachwuchs sanft aufzubrechen. Alternativ kannst du dich auch für einen stylischen Kurzhaarschnitt (wie einen Pixie) entscheiden, um die gefärbten Spitzen schneller loszuwerden.
 
• Pflege mit Violett- oder Silbershampoos: Wenn du ein- bis zweimal die Woche ein Violett- oder Blau-Shampoo verwendest, hältst du unerwünschte Gelbstiche dauerhaft im Zaum. So sorgst du dafür, dass sowohl dein natürliches Grau als auch die getönten Spitzen durchgehend frisch und strahlend aussehen.
 
Leider gibt es kein magisches Wundermittel, das deinen ursprünglichen Silberton direkt wieder zum Vorschein bringen kann, sobald permanenter Entwickler erst einmal die Haarstruktur verändert hat. Wenn du jedoch die schweren Farbschichten entfernst und die verbleibenden warmen Töne gezielt neutralisierst, kannst du einen wunderschönen, nahtlosen Übergang schaffen, der das Herauswachsen deines Grautons praktisch schmerzfrei macht!
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu graues Haar