Haarglättung und Haarausfall

Haarglättung mit dem Glätteisen
Bild: Shutterstock
F: Führt Haarglättung zu Haarausfall?
 
A: Im Allgemeinen nein. Das Glätten der Haare führt für sich genommen nicht direkt zu Haarausfall. Egal, ob du dich für die mechanische Glättung mit einem Glätteisen oder für chemische Behandlungen wie Relaxer, Keratin-Kuren oder die japanische Haarglättung entscheidest: Diese Prozesse sind in der Regel sicher – vorausgesetzt, deine Kopfhaut und deine Haare sind vorher gesund und die Behandlung wird korrekt nach Anleitung oder von einer ausgebildeten Fachkraft durchgeführt.
 

Haarbruch vs. echter Haarausfall

Es ist wichtig, zwischen Haarschädigung (Haarbruch) und echtem Haarausfall zu unterscheiden, da beides oft verwechselt wird:
 
• Haarbruch: Das Glätten – besonders wenn es zu häufig, bei zu hohen Temperaturen oder mit falsch angewendeten Chemikalien durchgeführt wird – schwächt die Struktur des Haarschafts. Das kann zu Trockenheit, Spliss und dem Abbrechen von Strähnen auf mittlerer Länge führen. Dadurch wirkt dein Haar zwar spürbar dünner, aber die Wurzel und der Haarfollikel unter der Haut bleiben intakt.
 
• Echter Haarausfall: Von echtem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar direkt an der Wurzel löst oder wenn der Follikel selbst so geschädigt ist, dass er keine neuen Haare mehr produziert.
 

Wann Glätten zu Haarausfall an der Wurzel führen kann

Damit Glätten tatsächlich Haarausfall an der Wurzel verursacht, müssen die Haarfollikel direkt geschädigt werden. Obwohl das bei normalen, fachgerecht ausgeführten Behandlungen selten vorkommt, gibt es ein paar Schlüsselsituationen, in denen es zu Schäden an der Wurzel kommen kann:
 
• Thermische oder chemische Verbrennungen: Wenn ein Glätteisen die Haut berührt oder chemische Glättungsmittel falsch aufgetragen werden beziehungsweise zu lange einwirken, können sie schwere Verbrennungen verursachen. Gehen diese tief genug, können sie die Haarfollikel unter der Haut vernarben, was an diesen Stellen zu dauerhaftem Haarausfall führt.
 
• Traktionsalopezie (Zug-Haarausfall): Wenn du deine Haare unter extremem mechanischem Zug glättest, belastet das die Wurzeln immens. Mit der Zeit kann dieses ständige Ziehen die Follikel schädigen und eine sogenannte Traktionsalopezie auslösen.
 
• Chronische Kopfhautentzündungen: Häufiger, langfristiger Kontakt mit aggressiven chemischen Relaxern kann manchmal anhaltende Kopfhautentzündungen verursachen. Bei manchen Menschen steht diese wiederholte Reizung mit Formen von vernarbendem Haarausfall in Verbindung, bei dem gesunde Follikel nach und nach durch Narbengewebe ersetzt werden.
 

Empfindlichkeiten der Kopfhaut und allergische Reaktionen

Manche Menschen reagieren empfindlich oder mit einer allergischen Kontaktdermatitis auf bestimmte Inhaltsstoffe in chemischen Glättungsmitteln (wie etwa Formaldehyd abspaltende Konservierungsstoffe oder starke Alkalien). Die Reaktionen können von leichten Rötungen der Kopfhaut, Juckreiz oder Brennen bis hin zu deutlich sichtbaren Entzündungen reichen.
 
Aus diesem Grund führen Profis im Salon einen Patch-Test (Hauttest) an einer kleinen Hautstelle durch, bevor sie chemische Behandlungen auf dem gesamten Kopf anwenden.
 

So schützt du dein Haar und deine Kopfhaut

Übermäßiges Hitzestyling macht das Haar mit der Zeit brüchiger – besonders wenn dein Haar bereits farbbehandelt, blondiert oder trocken ist. Du kannst dein Haar und deine Kopfhaut schützen, indem du diese Empfehlungen befolgst:
 
• Nutze Hitzeschutz: Trage vor der Verwendung von Hitze-Stylingtools immer ein hochwertiges Hitzeschutzspray auf.
 
• Senke die Temperatur: Stelle Hitzetools auf die niedrigste wirksame Stufe ein und vermeide es, mehrfach über dieselbe Haarsträhne zu fahren.
 
• Gönne deinem Haar eine Pause: Lasse zwischen chemischen Behandlungen Erholungsphasen verstreichen, anstatt das Haar zu häufig zu behandeln.
 
• Feuchtigkeit und Pflege: Halte eine regelmäßige Routine aus Feuchtigkeitspflege und Tiefen-Conditioning ein, um die Elastizität und Stärke deines Haars zu erhalten.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haarausfall