Gefärbtes Haar & Glätteisen

A: Es stimmt tatsächlich, dass du bei gefärbtem Haar – besonders bei blondiertem – sehr vorsichtig mit dem Glätteisen umgehen solltest. Graues Haar ist zudem von Natur aus trockener und borstiger, da die Kopfhaut mit der Zeit weniger Talg produziert. Das macht es anfälliger für Hitzeschäden. Das heißt aber keineswegs, dass du komplett darauf verzichten musst: Du kannst ein Glätteisen absolut sicher nutzen, solange du ein paar wichtige Vorsichtsmaßnahmen beachtest!
1. Feuchtigkeit & Pflege
Das wichtigste Fundament jeder gelungenen Haarpflegeroutine ist ausreichend Feuchtigkeit. Du musst deine Haare übrigens keineswegs jeden Tag waschen. Zu häufiges Waschen wäscht nämlich die natürlichen Öle aus und lässt deine Haarfarbe deutlich schneller verblassen.• Spülung nutzen: Verwende bei jeder Wäsche eine pflegende Spülung (Conditioner).
• Haarkur einplanen: Gönne deinem Haar einmal pro Woche eine reichhaltige, tiefenwirksame Haarkur (Deep Conditioner).
• Pflege für zwischendurch: Nutze zwischen den Wäschen einen leichten Leave-in-Conditioner oder ein Feuchtigkeitsspray, um graues, gefärbtes Haar stets geschmeidig und elastisch zu halten.
Wichtige Grundregel: Achte unbedingt darauf, dass alle Leave-in-Cremes, Sprays oder sonstigen Feuchtigkeitsprodukte, die du vor dem Styling aufträgst, zu 100 % getrocknet sind, bevor das Glätteisen dein Haar berührt. Direkte Hitze auf feuchtem oder nassem Haar lässt die darin gebundene Feuchtigkeit schlagartig verdampfen – das führt zu schweren Mikrorissen in der inneren Haarstruktur.
2. Hitzeschutz & die Wahl des richtigen Geräts
Ein ausgewogener Feuchtigkeitshaushalt ist doppelt wichtig, wenn du Hitze-Stylinggeräte nutzt. Neben der Grundpflege ist das Auftragen eines speziellen Hitzeschutzsprays oder -serums vor dem Styling absolute Pflicht. Hitzeschutzprodukte enthalten spezielle Polymere, die die Wärmeübertragung verlangsamen, die Hitze gleichmäßig verteilen und deine Farbpigmente vor dem Ausbleichen schützen.Worauf du beim Kauf und bei der Einstellung deines Geräts achten solltest:
• Wähle Keramik- oder Turmalin-Platten: Diese Materialien strahlen schonende Ferninfrarot-Hitze ab und verteilen die Temperatur absolut gleichmäßig, was besonders sanft zu brüchigem oder gefärbtem Haar ist. Vermeide Titan-Platten, wenn dein Haar bereits geschädigt ist, da Titan die Hitze extrem schnell überträgt und das Risiko für Hitzeschäden drastisch erhöht.
• Achte auf eine einstellbare Temperatur: Halte die Temperatur deines Glätteisens zwischen 150 °C und 175 °C. Das körpereigene Keratin beginnt sich bereits ab 150 °C zu zersetzen. Höhere Temperaturen (ab 190 °C) oxidieren zudem die Haarfarbe – was zu schnellem Verblassen führt – und können weiße oder graue Strähnen unschön gelblich verfärben.
• Passe die Plattengröße an: Bei längerem Haar sparen breitere Heizplatten wertvolle Zeit, während schmalere Platten mehr Präzision für kürzeres Haar oder die vordere Gesichtspartie bieten. Unabhängig von der Plattengröße ist das Arbeiten in kleinen, handlichen Strähnen der echte Schlüssel zu einer kontrollierten Hitzeverteilung.

3. Die richtige Technik
Halte dich beim Glätten konsequent an die „Ein-Pass-Regel“: Führe das Glätteisen langsam, gleichmäßig und ohne Zwischenstopps nur ein einziges Mal über jede einzelne Strähne des komplett trockenen Haars. Mehrmaliges Drübergehen über dieselbe Stelle summiert die Hitzebelastung unnötig auf und entzieht dem Haar blitzschnell seine verbliebene Restfeuchtigkeit.4. Woran du erkennst, ob dein Haar bereit für Hitze ist
Um zu überprüfen, ob dein Haar gesund genug ist, um die Strapaze eines Glätteisens sicher zu verkraften, kannst du diese zwei einfachen Tests machen:Test 1: Der Elastizitätstest
1. Nimm eine einzelne Strähne deines sauberen, noch feuchten Haars.2. Halte sie an beiden Enden zwischen Daumen und Zeigefinger und ziehe sie vorsichtig etwas in die Länge.
3. Gesundes Haar lässt sich leicht dehnen und federt nach dem Loslassen wieder auf seine ursprüngliche Länge zurück. Geschädigtes Haar hingegen reißt entweder sofort (Mangel an Feuchtigkeit oder Protein) oder dehnt sich aus, ohne wieder zurückzufedern. Wenn es reißt oder schlaff bleibt, verzichte vorerst auf das Glätteisen und konzentriere dich zunächst auf intensiv pflegende Haarkuren und Protein-Behandlungen.
Test 2: Der Textur- & Porositätscheck
• Visuelle Prüfung: Schau dir deine Haarspitzen bei gutem Licht ganz genau an. Wenn du Spliss siehst, weiße Pünktchen nahe den Spitzen entdeckst (ein klares Anzeichen für Haarbruch) oder sich das Haar strohig anfühlt, führt direkte Hitze nur zu weiterem Haarbruch.• Tastprüfung: Fahre mit Daumen und Zeigefinger an einer trockenen Strähne von unten nach oben (also gegen die Wuchsrichtung). Fühlt sie sich dabei extrem rau und uneben an, ist die äußere Schuppenschicht angeraut oder zerstört. Dadurch liegt der innere Haarkern schutzlos offen.
Wenn dein Haar den Elastizitätstest besteht, keinen schweren Spliss aufweist und vollständig trocken ist, kannst du es beruhigt glätten. Halte dich einfach an hochwertige Keramikplatten, bleibe strikt im Temperaturbereich von 150 °C–175 °C, benutze jedes Mal einen Hitzeschutz und ziehe das Eisen nur einmal pro Strähne durch.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Färben