Haarbruch oder Nachwuchs?

A: Zwischen nachwachsendem Haar und Haarbruch zu unterscheiden, kann gar nicht so leicht sein – besonders an Stellen, die viel Reibung ausgesetzt sind, wie dem Haaransatz, den Schläfen oder dem Nacken. Die Struktur der einzelnen Haarsträhnen genauer unter die Lupe zu nehmen, ist jedoch der zuverlässigste Weg, um den Unterschied festzustellen.
1. Prüfe die Struktur der Haarspitze
Untersuche die Enden der kurzen Haare am besten unter hellem Licht oder mit einer Lupe:• Nachwachsendes Haar: Ein neu nachwachsendes Haar wird zur Spitze hin von Natur aus feiner, weicher und läuft spitz zu. (Hinweis: Wenn dein Haar vor Kurzem geschnitten wurde, können nachwachsende Haare natürlich auch eine saubere Schnittkante statt einer natürlichen Spitze haben.)
• Abgebrochenes Haar: Ein abgebrochenes Haar hat ein stumpfes, flaches oder ausgefranstes Ende – ganz ähnlich wie ein ausgefranstes Seil. Möglicherweise bemerkst du auch einen winzigen weißen Punkt entlang des Haarschafts. Das ist genau die Stelle, an der die Keratinstruktur nachgegeben hat, bevor das Haar schließlich abgebrochen ist.

2. Achte auf Anzeichen von Haarstress
Achte auf allgemeine Anzeichen von Strukturschäden wie Spliss, unnatürliche Überdehnung oder einen spürbaren Verlust der Elastizität. Wenn du diese Symptome bemerkst, ist sehr wahrscheinlich Haarbruch die Ursache.Zugbelastung spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Wenn du häufig stramme Frisuren trägst – wie enge Pferdeschwänze, Flechtzöpfe oder Dutte – und kurze Haare an Stirn und Schläfen entdeckst, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Haarbruch durch zu starke Zugspannung.
3. Berücksichtige deine Styling-Gewohnheiten
Regelmäßige Belastung durch Hitzestyling-Tools oder chemische Behandlungen (wie Blondieren, Dauerwellen, Glätten oder Färben) schwächt die internen Protein- und Disulfidbrücken des Haares nachhaltig. Dadurch brechen die Strähnen viel schneller mittendrin ab – besonders an Stellen, die zusätzlich durch Haargummis oder tägliches Bürsten beansprucht werden.4. Achte auf die Position der Haare
Haarbruch ist deutlich unwahrscheinlicher, wenn die kurzen Haare gleichmäßig über Bereiche der Kopfhaut verteilt sind, die kaum Reibung oder Zug ausgesetzt sind. Wenn du dein Haar beispielsweise offen trägst und kurze Strähnen zufällig über deinen gesamten Oberkopf verteilt abstehen (und nicht nur gezielt entlang deines Scheitels oder Haaransatzes), handelt es sich fast sicher um nachwachsende Haare aus Follikeln, die vor Kurzem einen neuen Haarzyklus begonnen haben.5. Verstehe, wie Haar wächst
Haarfollikel durchlaufen individuelle, zeitlich versetzte Wachstumszyklen:• Anagenphase (Wachstumsphase): Etwa 85 % bis 90 % deiner Haarfollikel befinden sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt im aktiven Wachstum.
• Telogen-/Exogenphase (Ruhe- & Ausfallphase): Etwa 10 % bis 15 % deiner Haarfollikel ruhen oder fallen natürlicherweise aus.

Da jeder Follikel seinem ganz eigenen Zeitplan folgt, zeigen sich neue Haare meist als feine, vereinzelt hervorstehende „Babyhaare“ und nicht als plötzliche Masse kurzer Haare – es sei denn, du hattest vor Kurzem eine Phase mit verstärktem, vorübergehendem Haarausfall (z. B. nach einer Krankheit, einer Schwangerschaft oder durch anhaltend hohen Stress).
So schützt du dein Haar
Egal, ob du es gerade mit nachwachsendem Haar zu tun hast oder dich von Haarbruch erholst: Der richtige Schutz deiner Haare sorgt dafür, dass sie langfristig stark und gesund bleiben:• Stress & Reibung minimieren: Vermeide zu stramme Frisuren, reduziere direkte Hitzeeinwirkung und schlafe am besten auf einem Seiden- oder Satinkopfkissen, um schädliche Reibung zu verringern.
• Vorsichtig entwirren: Beginne beim Bürsten oder Kämmen immer behutsam an den Spitzen und arbeite dich langsam nach oben zum Ansatz vor, um unnötigen Zug auf den Strähnen zu vermeiden.
• Protein-Feuchtigkeits-Balance halten: Pflege dein Haar intensiv mit Produkten, die exakt zu deinem Haartyp passen. Ein ausgewogenes Verhältnis von Feuchtigkeit und Protein stärkt die elastische Struktur und beugt zukünftigem Abbrechen wirksam vor.
©Hairfinder.com
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Wachstum