Flechten und Haarschäden

Frau, die sich selbst die Haare flicht
Bild: Dreamstime
F: Ist Flechten schädlich für die Haare? Ich habe Angst, dass der Zug beim Flechten meine Haare beschädigt. Wie kann ich das vermeiden? Muss ich eine bestimmte Flechtmethode oder spezielle Haarprodukte verwenden, um Haarschäden vorzubeugen?
 
A: Der Schlüssel zu schadenfreiem Flechten liegt darin, nur so viel Zug anzuwenden, dass gleichmäßige, glatte Zöpfe entstehen. Die Frisur sollte zwar fest sitzen, sich aber niemals schmerzhaft stramm anfühlen. Du kannst schon während des Flechtens einen Leave-in-Conditioner oder ein leichtes Haaröl verwenden, damit das Haar geschmeidig bleibt und sich spürbar leichter frisieren lässt.
 
Richtig umgesetzt sind Flechtfrisuren eine großartige Möglichkeit, deinem Haar eine wohlverdiente Pause vom alltäglichen Styling zu gönnen – vor allem von Hitze-Tools, häufigem Bürsten oder ständigem Frisieren. Tatsächlich nutzen viele Menschen Zöpfe als sogenannten „Protective Style“ (schützende Frisur), um Knoten zu reduzieren und die tägliche Beanspruchung der Haare auf ein Minimum zu senken.
 
Das Wichtigste ist und bleibt, einen zu starken Zug zu vermeiden. Wenn deine Kopfhaut schmerzt, gerötet ist, kleine Pickelchen bildet oder sich unangenehm gespannt anfühlt, sind die Zöpfe definitiv zu fest. Auf Dauer kann das zu einer sogenannten Traktionsalopezie (Haarausfall durch übermäßigen Zug) oder zu vermehrtem Haarbruch führen.
 
Ein gleichmäßiger, sanfter Zug ist um ein Vielfaches gesünder, als die Haare krampfhaft festzuziehen. Wenn du dir die Haare von jemand anderem flechten lässt, zögere bitte nicht, der Person sofort Bescheid zu sagen, sobald es unangenehm wird. Eine Flechtfrisur sollte niemals Kopfschmerzen verursachen.
 
Achte außerdem auf das Gewicht der Frisur. Wenn du Haarverlängerungen (Extensions) einarbeitest, solltest du die Zöpfe nicht übermäßig schwer, lang oder wuchtig gestalten. Allein das Gewicht schwerer Extensions zieht die Haarfollikel durch die Schwerkraft nach unten. Das sorgt für eine dauerhafte Belastung und potenzielle Schäden, selbst wenn sich der Zug beim Flechten anfangs gar nicht so schlimm angefühlt hat.
 
Wenn du eine Flechtfrisur über mehrere Tage oder Wochen trägst, hältst du dein Haar am besten mit einem Leave-in-Conditioner-Spray frisch. Das sorgt für die nötige Feuchtigkeit, Geschmeidigkeit und einen angenehmen Duft. Das Schlafen mit einer Satin- oder Seidenhaube, einem entsprechenden Tuch oder auf einem Kopfkissenbezug aus Seide hilft ebenfalls dabei, die Haltbarkeit der Zöpfe zu verlängern und gleichzeitig die Reibung zu reduzieren.
 
Obwohl Zöpfe als schützende Frisur gelten, sollten sie nicht ununterbrochen getragen werden. Um dein Haar zu schonen und ein starkes Verfilzen durch den ganz natürlichen, täglichen Haarausfall zu verhindern, solltest du dauerhafte Flechtfrisuren für maximal 6 bis 8 Wochen im Haar lassen.
 
Sobald du die Zöpfe herausnimmst, solltest du dein Haar vorsichtig von den Spitzen hoch bis zum Ansatz entwirren. Reinige deine Kopfhaut anschließend gründlich, um sämtliche Produktrückstände zu entfernen, und gönne deinem Haar mindestens ein bis zwei Wochen Pause zum Ausruhen und Erholen, bevor du die nächste dauerhafte Flechtfrisur planst.
 
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Siehe auch:
 
Beschädigtes Haar
 
Wie man Haar flechtet