Haarausfall und eingewachsene Haare

Eingewachsenes Haar
Bild: Depositphotos
F: Ich hatte gerade eine lange Phase, in der ich viele Haare verloren habe, und jetzt fangen sie endlich an nachzuwachsen. Allerdings bekomme ich rote Erhebungen, die fast wie Pickel aussehen. Was kann ich tun, um sicherzustellen, dass sie nicht einwachsen? Ich habe gehört, dass es hilft, sich den Kopf zu rasieren, Eukalyptusöl aufzutragen und die Haare grob zu kämmen. Sind das gute Ideen?
 
A: Auch wenn es verlockend ist, den Weg für das neue Haarwachstum freimachen zu wollen, werden diese speziellen Methoden die Situation höchstwahrscheinlich nur verschlimmern.
 
• Sich den Kopf zu rasieren, kann das Problem sogar noch verschlimmern: Wenn das Haar bis auf oder unter die Hautlinie abgeschnitten wird, erhält es eine scharfe, kantige Spitze. Diese durchstößt beim Wachsen leicht die Wand des Haarfollikels oder wird direkt unter der Oberfläche eingeschlossen.
 
• Grobes Kämmen reizt die Kopfhaut: Es verursacht Mikrorisse und entzündet den betroffenen Bereich nur noch mehr.
 
• Unverdünntes Eukalyptusöl ist hochkonzentriert: Es ist bekannt dafür, auf einer ohnehin schon empfindlichen Kopfhaut schwere Kontaktdermatitis (Hautirritationen) auszulösen.
 

Warum das passiert

Diese Erhebungen sind in der Regel das Ergebnis von verengten oder verstopften Haarfollikeln. Wenn ein Haar ausfällt und der Follikel einige Monate lang ruht, kann sich die Porenöffnung verengen oder durch eine Mischung aus abgestorbenen Hautzellen und Sebum (Hauttalg) verstopfen. Wenn das neue, feine Haar dann versucht herauszukommen, bleibt es unter dieser Blockade stecken.
 
Falls dein Haar von Natur aus lockig oder kräftig ist, hat es eine natürliche Krümmung. Dadurch neigt es beim Nachwachsen ohnehin eher dazu, sich nach hinten oder zur Seite in die Haut hineinzubiegen.
 

Die richtige Routine für das Haarnachwachstum

Da du bereits rote Erhebungen hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass einige Haare schon feststecken. Um die aktuellen Erhebungen zu behandeln und die Entstehung neuer zu verhindern, solltest du folgende Routine umsetzen:
 
• Chemische Exfoliation (Peeling): Verwende einen Kopfhautreiniger oder einen Toner mit Salizylsäure. Da Salizylsäure fettlöslich ist, kann sie tief in den mit Talg verstopften Follikel eindringen, um den Pfropfen von innen nach außen aufzulösen.
 
• Sanfte physikalische Exfoliation: Wasche deine Kopfhaut mit einem weichen Waschlappen oder einer flexiblen Silikon-Kopfhautbürste in leichten, kreisenden Bewegungen. Vermeide starkes Schrubben, da dies die Entzündung nur unnötig verschlimmert.
 
• Nicht-komedogene Feuchtigkeitspflege: Trage eine leichte, nicht-komedogene (die Poren nicht verstopfende) Feuchtigkeitscreme oder ein beruhigendes Kopfhautserum mit Aloe Vera oder Centella Asiatica (Tigergras) auf. Dies hält die äußere Hautschicht geschmeidig, sodass das neue Haar leichter durchbrechen kann.
 
• Striktes Berührungsverbot: Vermeide es unbedingt, an den Erhebungen herumzukratzen, sie auszudrücken oder zu quetschen. Dadurch gelangen Bakterien von deinen Händen tiefer in die Haut, was zu dauerhaften Narben oder einer lokalen Infektion führen kann, die die sich erholenden Haarfollikel nachhaltig schädigt.
 

Wann du einen Arzt aufsuchen solltest

Wenn sich diese roten Erhebungen stark entzünden, schmerzhafte, eitrige Köpfchen bilden oder sich schnell ausbreiten, leidest du möglicherweise an Follikulitis (einer bakterien- oder pilzbedingten Infektion der Haarfollikel). Wenn dies passiert oder sich der Zustand deiner Kopfhaut einfach nicht verbessert, solltest du dich an einen Dermatologen (Hautarzt) wenden. Er kann gezielte topische (lokale) Behandlungen oder verschreibungspflichtige antimikrobielle Waschlotionen verordnen, um das Nachwachsen deiner Haare sicher auf Kurs zu halten.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haarausfall