Spenderhaar

A: Bei den meisten modernen Haartransplantationen stammt das Spenderhaar vom eigenen Kopf. Die Haare aus den dichteren, dauerhafteren Regionen der Kopfhaut – meistens an den Seiten und am Hinterkopf – werden als Spenderhaar verwendet, da sie im Allgemeinen resistenter gegen die Auswirkungen von genetisch bedingtem Haarausfall sind.
Eines der wichtigsten Konzepte bei der Haartransplantation ist jedoch, dass dein Vorrat an Spenderhaar streng limitiert ist. Die Spenderregion enthält nur eine begrenzte Anzahl gesunder Follikel, die sicher versetzt werden können. Aus diesem Grund muss ein erfahrener Haarchirurg deine gesamte Kopfhaut gründlich untersuchen – und nicht nur die Bereiche des aktuellen Haarausfalls –, um eine nachhaltige, langfristige Behandlungsstrategie zu entwickeln. Das Ziel ist es, das verfügbare Spenderhaar so effizient wie möglich zu nutzen und gleichzeitig sowohl jetzt als auch in Zukunft ein absolut natürliches Aussehen zu bewahren.
Während des ersten Beratungsgesprächs wird dein Chirurg einige entscheidende Schlüsselfaktoren bewerten:
• Die Dichte und den Gesundheitszustand deines Spenderbereichs
• Das aktuelle Ausmaß und das Muster deines Haarausfalls
• Dein Alter und die Familiengeschichte des Haarausfalls
• Die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Haarausfalls
Diese Auswertung hilft dabei, genau zu bestimmen, wie viele Grafts (Transplantate) dir sicher zur Verfügung stehen und wo sie platziert werden können, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen.
Aus diesem Grund ist eine Haartransplantation oft besser für Personen geeignet, deren Haarausfallmuster bereits ausgereift und somit vorhersehbarer geworden ist. Jüngere Patienten, bei denen sich der erblich bedingte Haarausfall noch im Anfangsstadium befindet, können in den kommenden Jahren weiterhin erhebliche Mengen an Haaren verlieren. Wenn eine Transplantation zu früh durchgeführt wird, bleibt das transplantierte Haar zwar dauerhaft an Ort und Stelle, während das umgebende Eigenhaar jedoch weiter zurückweicht. Das kann unter Umständen unnatürlich aussehen und macht weitere Eingriffe zu einem späteren Zeitpunkt wahrscheinlich.
Obwohl die Kopfhaut in den allermeisten Fällen die bevorzugte Spenderquelle ist, kommen einige Patienten mit stark begrenzten Kopfhautreserven eventuell für eine Körperhaartransplantation infrage. In diesen Fällen werden Haare aus Bereichen wie dem Bart oder der Brust verwendet, um die Kopfhaut zu ergänzen. Da sich Körperhaar jedoch in seiner Textur, den Wachstumszyklen und der Gesamterscheinung erheblich von Kopfhaar unterscheidet, wird es strikt als sekundäre Option betrachtet und ist nicht für jeden Patienten geeignet.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haarausfall