Eine Dauerwelle mit dem Glätteisen glätten

A: Kurz gesagt: Nein – vorausgesetzt, du hast die nötige Wartezeit nach der chemischen Behandlung eingehalten und triffst beim Stylen die richtigen Vorsichtsmaßnahmen.
Die Wissenschaft dahinter
Eine Dauerwelle verändert die Struktur deines Haares dauerhaft. Dabei werden die starken chemischen Verbindungen (die sogenannten Disulfidbrücken) im Haar aufgebrochen und um einen Wickler herum neu geformt. Ein Glätteisen und andere Stylinggeräte, die mit Hitze arbeiten, bewirken dagegen lediglich eine vorübergehende, rein physikalische Veränderung. Sie brechen nur die schwächeren physikalischen Verbindungen (Wasserstoff- und Salzbrücken) auf und formen sie temporär um. Diese Brücken lassen sich ganz leicht durch Feuchtigkeit und Hitze beeinflussen.Da deine Dauerwelle bereits einen Monat her ist, haben sich die chemischen Verbindungen längst komplett stabilisiert. Du kannst dein Haar also völlig bedenkenlos waschen, pflegen, föhnen und glätten, ohne Angst haben zu müssen, deine Dauerwelle zu ruinieren. Deine Locken springen beim nächsten Waschen oder Befeuchten der Haare sofort wieder in ihre ursprüngliche Form zurück.
Hinweis: Warte nach einer frischen Dauerwelle immer mindestens 48 bis 72 Stunden, bevor du Hitze-Stylinggeräte benutzt oder deine Haare das erste Mal wäschst. Die chemischen Verbindungen benötigen diese Zeit, um sich vollständig zu festigen.
Wichtige Vorsichtsmaßnahmen beim Hitze-Styling von dauergewelltem Haar
Da dauergewelltes Haar chemisch behandelt wurde, ist es von Natur aus poröser, trockener und extrem anfällig für Hitzeschäden. Damit dein Haar dauerhaft gesund bleibt und deine Locken hinterher wieder perfekt in Form kommen, solltest du die folgenden Richtlinien unbedingt befolgen:• Halte die Temperatur niedrig: Chemisch behandeltes Haar sollte niemals zu großer Hitze ausgesetzt werden. Stelle dein Glätteisen auf eine Temperatur zwischen 150 °C und 175 °C ein. Alles, was darüber liegt, kann die Proteinstruktur des Haares dauerhaft schädigen, dein Haar regelrecht „verbrennen“ und dazu führen, dass es sich danach überhaupt nicht mehr locken kann.
• Glätte niemals feuchtes Haar: Dein Haar muss vor dem Glätten zu 100 % trocken sein. Wenn du ein heißes Glätteisen auf feuchtem oder nassem Haar anwendest, wird die verbleibende Feuchtigkeit im Haarschaft eingeschlossen. Sie fängt durch die extreme Hitze sofort an zu kochen und zu verdampfen. Das führt zu schweren Schäden, zerstört die innere Haarstruktur und sorgt für sofortigen Haarbruch.
• Nutze modernen Hitzeschutz: Vermeide klassische Haarlacke oder schwere Haarsprays vor dem Glätten, da die hohe Hitze diese Stylingprodukte regelrecht in deine Schuppenschicht einbrennen kann. Trage stattdessen vor dem Föhnen einen modernen, leichten Hitzeschutz auf Silikonbasis (z. B. mit Inhaltsstoffen wie Dimethicon) auf das feuchte Haar auf. Dieser bildet eine schützende Barriere und schließt die wichtige Feuchtigkeit im Haar ein.
• Übe nicht zu viel Zug aus: Dauergewelltes Haar hat eine geringere Reißfestigkeit und bricht deutlich schneller. Verwende am besten ein hochwertiges Glätteisen mit Keramik- oder Turmalinplatten. Gleite damit ganz sanft durch dein Haar, ohne die Platten zu fest zusammenzupressen oder stark an den Strähnen zu ziehen.
• Gib dem Haar Feuchtigkeit und Kraft zurück: Integriere eine wöchentliche Tiefenpflege (wie eine reichhaltige Haarkur) oder einen leichten Leave-in-Proteinschutz in deine Routine. Dadurch gleichst du die durch die Dauerwelle entstandene Porosität im Haar optimal aus.
Wenn du diese Vorsichtsmaßnahmen beachtest, dein Haar intensiv mit Feuchtigkeit versorgst und beim Stylen behutsam vorgehst, kannst du wunderschöne, glatte Looks genießen, ohne die Sprungkraft deiner Dauerwelle dauerhaft zu opfern.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Dauerwellen