Coca-Cola für schönere Locken

Frau mit lockigem Haar und Coca-Cola
Bild: Ecosy/Shutterstock
F: Stimmt es eigentlich, dass du schöne Locken bekommst, wenn du Coca-Cola in deine Haare gibst und sie danach ausspülst? Wie genau soll die Cola deine Haare überhaupt locken können?
 
A: Es ist absolut wahr, dass Coca-Cola im Laufe der Jahre für die unzähligen, verschiedensten Zwecke zweckentfremdet wurde. Dem eigenen Haar mehr Struktur und Textur zu verleihen, gehört dabei definitiv zu den ungewöhnlicheren Beauty-Tricks, mit denen experimentiert wurde. Während einige Menschen felsenfest behaupten, dass die Brause ihren Haaren deutlich mehr Griffigkeit und Schwung verleiht, ist es in der Realität nicht so, dass die Coca-Cola das Haar auf magische Weise neu „lockt“. Vielmehr hilft sie vorübergehend bloß dabei, die natürliche, ohnehin schon vorhandene Wellenstruktur deines Haares deutlicher hervorzuheben.
 

Das wissenschaftliche Geheimnis dahinter

Das eigentliche Geheimnis hinter diesem Effekt ist folgendes: Coca-Cola enthält einen spürbaren Anteil an Phosphorsäure. Genau diese Säure verleiht dem beliebten Softdrink einen extrem niedrigen pH-Wert (eine klassische Coca-Cola Classic weist beispielsweise einen pH-Wert von etwa 2,5 auf). Weil das Getränk derart stark säurehaltig ist, sorgt das Auftragen auf den Kopf dafür, dass sich die sogenannte Schuppenschicht – also die äußere Schutzschicht jedes einzelnen Haarstrangs – zusammenzieht, strafft und deutlich flacher an den Haarschaft anlegt.
 
Diese verschlossene und quasi versiegelte Schuppenschicht reflektiert das einfallende Licht um ein Vielfaches besser, wodurch dein Haar sofort spürbar glänzender aussieht und lästiger Frizz an der Oberfläche effektiv reduziert wird. Gleichzeitig festigt diese extreme Säure vorübergehend die körpereigene Proteinstruktur des Haares, was ihm dabei hilft, seine gegebene Form viel stabiler zu halten.
 

Perfekt für Naturwellen, wirkungslos bei glattem Haar

Gerade bei Menschen, deren Haare von Natur aus bereits leicht gewellt oder lockig sind, kann dieses Zusammenziehen und Festigen der Haarstruktur dazu führen, dass das bereits vorhandene Lockenmuster viel definierter, gebündelter und schwungvoller wirkt. Anstatt also komplett neue Locken zu kreieren, wo vorher überhaupt keine da waren, regt die Cola das Haar im Grunde einfach nur dazu an, sich zusammenzuziehen und in seine natürliche Ursprungsform zurückzukehren. Bei einer völlig glatten Haarstruktur ist es dementsprechend extrem unwahrscheinlich, dass die Haare allein durch eine einfache Coca-Cola-Spülung plötzlich lockig werden.
 
Ein weiterer wesentlicher Grund, warum du nach dem Experiment deutlich mehr Struktur bemerkst, ist der enorm hohe Zuckergehalt des Getränks. Der Zucker legt sich beim anschließenden Trocknen vorübergehend wie ein feiner Film um die einzelnen Haarsträhnen, sodass sie sich sofort etwas dicker, griffiger und fester anfühlen. Diese zusätzliche Textur und neu gewonnene Griffigkeit sorgt optisch für spürbar mehr Volumen und Fülle. Das Prinzip funktioniert hier ganz ähnlich wie bei einem klassischen Salzwasserspray für den Beach-Look.
 

So probierst du die Coca-Cola-Spülung Schritt für Schritt aus

Wenn du nun selbst einmal mit diesem ungewöhnlichen Beauty-Hack experimentieren möchtest, folge am besten ganz einfach dieser kurzen Anleitung:
 
1. Wasche zuerst deine Haare wie gewohnt: Reinige deine Haare zunächst gründlich mit deinem ganz normalen Lieblingsshampoo und spüle die Reste danach vollständig mit Wasser aus.
 
2. Trage die Coca-Cola gleichmäßig auf: Gieße nun die Coca-Cola vorsichtig über das noch feuchte Haar, bis wirklich alle Strähnen gleichmäßig damit getränkt sind. Die Cola darf dafür übrigens auch schon komplett abgestanden sein und keine Kohlensäure mehr haben, da die Bläschen absolut keinen Einfluss auf den benötigten Säuregehalt besitzen. Lass das Ganze im Anschluss etwa 5 bis 10 Minuten lang einwirken.
 
3. Nur mit klarem Wasser ausspülen: Spüle dein Haar danach gründlich und ausgiebig mit klarem, lauwarmem Wasser aus. Verwende im direkten Anschluss bitte auf keinen Fall sofort wieder Shampoo! Ein normales Shampoo enthält nämlich stark reinigende Tenside, die den texturgebenden Zucker sofort wieder restlos herausholen und den säurehaltigen Film direkt abwaschen würden – was den gesamten Hack auf der Stelle völlig nutzlos machen würde. Das gründliche Ausspülen mit purem Wasser reicht völlig aus, um den überschüssigen, klebrigen Zucker loszuwerden, während die volumengebenden und schuppenschichtglättenden Vorteile wunderbar erhalten bleiben.
 

Ein wichtiger Warnhinweis

Vergiss bitte nicht, dass dies eher als ein spaßiges, einmaliges Beauty-Experiment gedacht ist und keineswegs eine sinnvolle oder gar langfristige Haarpflegeroutine darstellt. Von einer regelmäßigen Anwendung im Alltag wird von Experten sogar dringend abgeraten! Der extreme Säuregehalt von Coca-Cola mit einem pH-Wert von 2,5 liegt nämlich weit unter dem gesunden, natürlichen pH-Wert des menschlichen Haares, welcher sich normalerweise im Bereich von ca. 4,5 bis 5,5 bewegt.
 
Eine wiederholte, dauerhafte Anwendung kann dein Haar mit der Zeit extrem brüchig und trocken machen sowie anfällig für Spliss und Haarbruch werden lassen. Darüber hinaus können verbleibende Zuckerrückstände auf der Kopfhaut den körpereigenen Hefepilz Malassezia (der natürlicherweise auf jeder Kopfhaut vorkommt) massiv nähren. Das kann in der Folge zu starkem Juckreiz, unangenehmen Kopfhautreizungen, hartnäckigen Schuppen und sogar zu verstopften Haarfollikeln führen.
 
Wir wünschen dir viel Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren – aber vergiss bitte auf keinen Fall, deine Haare und Kopfhaut danach gründlich mit einem milden Shampoo auszuwaschen!
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu lockigem Haar