Besseres Haarwachstum nach der Chemo

Haarwachstum nach der Chemo
Bild: Abo Photography/Shutterstock
F: Hallo, ich hätte gerne mal einen Rat. Ich bin mitten in meiner Chemo und habe schon die meisten meiner Haare verloren, weshalb ich sie mir ganz kurz schneiden lassen habe. Ich wüsste jetzt gerne, ob es besser ist, mir den Kopf komplett zu rasieren, um ein besseres Nachwachsen zu fördern, oder ob das im Vergleich zu einem Buzzcut eigentlich keinen Unterschied macht?
 
A: Das ist größtenteils eine Frage deiner persönlichen Entscheidung, aber es gibt einige dermatologische Aspekte, die ganz klar dafür sprechen, einen kurzen Buzzcut beizubehalten, anstatt dir den Kopf komplett nass zu rasieren.
 
Erstens schädigt eine Chemotherapie vorübergehend die Haarfollikel und kann deine Kopfhaut deutlich empfindlicher, trockener und anfälliger für Irritationen machen, als du es sonst kennst. Eine komplette Rasur der Kopfhaut mit einer Klinge birgt immer das Risiko von Mikroschnitten, Rasierbrand und Follikulitis (einer Entzündung der Haarfollikel). Zudem ist eine komplett rasierte Kopfhaut, sobald die verbleibenden oder neuen Haare wieder durch die Haut zu dringen beginnen, viel anfälliger für starken Juckreiz und unangenehme eingewachsene Haare. Aus diesen Gründen empfehlen Dermatologen im Allgemeinen, lieber einen sehr kurzen Buzzcut zu tragen, anstatt das Haar bis auf die Haut herunterzurasieren.
 
Was das Nachwachsen selbst betrifft, ist es völlig egal, ob das Haar rasiert wurde oder nicht. Es ist ein weit verbreiteter Mythos, dass Haare durch das Rasieren dicker, schneller oder gesünder nachwachsen. Der entscheidende Faktor für dein Haarwachstum ist schlichtweg die Zeit, die dein Körper braucht, um die Chemotherapeutika vollständig abzubauen, damit deine Haarfollikel ihren ganz normalen, gesunden Wachstumszyklus wieder aufnehmen können. Das Rasieren betrifft schließlich nur den Haarschaft über der Hautoberfläche; es verändert weder die Anzahl noch die Gesundheit oder das Wachstumstempo der darunter liegenden Follikel.
 
Für viele Menschen bietet ein sehr kurzer Buzzcut ein ähnlich gepflegtes, sauberes Aussehen wie eine Glatze, schont aber die ohnehin schon strapazierte Kopfhaut. Außerdem kann dein Haar so viel schrittweiser und angenehmer nachwachsen, ohne die ständigen Reizungen, die entstehen, wenn Stoppeln aus einer völlig glatten Oberfläche herauswachsen.
 
Was du außerdem beachten solltest, ist, dass das erste Nachwachsen nach einer Chemotherapie oft sehr unvorhersehbar ist. Das Haar kommt anfangs häufig viel weicher, feiner, lockiger (oft auch als „Chemo-Locken“ bezeichnet) oder sogar in einer ganz anderen Farbe zurück. Diese Veränderungen sind meistens vorübergehend, während sich die Follikel erholen, können gelegentlich aber auch dauerhaft bleiben. Die ersten Anzeichen von nachwachsendem Haar sind meist feine, flauschige Härchen, die in den folgenden Monaten allmählich wieder in deine gewohnte Haarstruktur übergehen.
 
Konzentriere dich in der Zwischenzeit am besten darauf, deine Kopfhaut ganz sanft zu reinigen, sie mit einer parfümfreien Lotion gut mit Feuchtigkeit zu versorgen und sie immer mit einer Kopfbedeckung oder einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF) vor der Sonne zu schützen.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Wachstum