Beulen oder Wölbungen

A: Tatsächlich sind sie extrem häufig. Menschliche Schädel unterscheiden sich viel mehr, als die meisten Leute denken. Genauso wie wir alle unterschiedliche Gesichtszüge haben, besitzen wir auch einzigartige Schädelformen, Konturen und natürliche Erhebungen.
Bei einigen Menschen mit extrem kurz rasierten Haaren sind die Schädelkonturen deutlich sichtbar, während der Kopf bei anderen vollkommen glatt wirkt. Beides ist völlig normal. Wenn du die Köpfe mehrerer Personen durch Ertasten vergleichen würdest, würdest du feststellen, dass die wenigsten davon absolut glatt sind.
Obwohl sich der Schädel wie ein einziges, festes Stück Knochen anfühlt, besteht er eigentlich aus 22 verschiedenen Knochen: 14 davon bilden das Gesicht und 8 bilden den oberen und hinteren Teil des Schädels (das sogenannte Cranium). Im Säuglings- und Kindesalter sind diese Schädelknochen durch faserige Gelenke, die sogenannten Schädelnähte (Suturen), miteinander verbunden. Während wir wachsen, verschmelzen diese Knochen miteinander, aber die Linien, an denen sie aufeinandertrafen, bleiben oft als feine, natürliche Erhebungen oder leicht erhöhte Bereiche spürbar.

Es gibt auch eine Reihe völlig normaler Knochenstrukturen auf dem Schädel, die sich wie Beulen anfühlen können. Kleine Muskelansatzpunkte, natürliche Unterschiede in der Knochendicke und etwas ausgeprägtere Erhebungen im hinteren oder oberen Bereich des Schädels können leicht mit etwas Ungewöhnlichem verwechselt werden, obwohl sie eigentlich Teil eines völlig gesunden Skeletts sind. Die meisten Menschen bemerken sie einfach nie – es sei denn, sie fahren zufällig mit den Fingern über die Stelle, ändern ihre Frisur oder werden von jemand anderem darauf aufmerksam gemacht.
Es ist auch erwähnenswert, dass viele „Schädelbeulen“ eigentlich gar nicht vom Knochen selbst stammen. Die Kopfhaut ist dick und enthält Haarfollikel, Talgdrüsen, Bindegewebe und Fett – all das kann harmlose, gutartige Wucherungen entwickeln. Der häufigste Verursacher auf der Kopfhaut ist eine Trichilemmalzyste (eine glatte, flüssigkeitsgefüllte Beule, die von den Haarfollikeln ausgeht), obwohl auch andere gutartige Wucherungen wie Lipome (kleine, weiche Fettansammlungen) oder Epidermoidzysten sehr häufig vorkommen.
Im Fall deiner Frau kann es gut sein, dass sie diese kleinen, harmlosen Wölbungen schon ihr ganzes Leben lang hat, ohne jemals zu wissen, dass sie da sind. Es kommt unglaublich oft vor, dass Menschen plötzlich eine schon lange bestehende Beule entdecken – einfach nur wegen eines neuen Haarschnitts oder einer flüchtigen Berührung.
Als Faustregel gilt jedoch: Wenn diese Wölbungen völlig neu sind, scheinbar wachsen, schmerzhaft oder druckempfindlich werden oder von anderen Symptomen begleitet werden, sollten sie von einem Arzt untersucht werden. Obwohl die überwiegende Mehrheit der Beulen am Kopf völlig harmlos ist, verdient jede sich verändernde oder ungeklärte Beule zur Sicherheit eine professionelle medizinische Abklärung.
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