Beulen oder Wölbungen

Mädchen, das besorgt über eine Beule an ihrem Schädel ist
Bild: Shutterstock
F: Haben Menschen oft Beulen oder Wölbungen am Schädel? Meine Frau hat ein paar kleine Wölbungen im Bereich des Hinterkopfs. Man kann sie nicht sehen, sondern nur fühlen, aber sie macht sich deswegen Sorgen. Hast du so etwas schon mal gesehen?
 
A: Tatsächlich sind sie extrem häufig. Menschliche Schädel unterscheiden sich viel mehr, als die meisten Leute denken. Genauso wie wir alle unterschiedliche Gesichtszüge haben, besitzen wir auch einzigartige Schädelformen, Konturen und natürliche Erhebungen.
 
In den meisten Fällen sind diese kleinen Wölbungen einfach ganz natürliche Abweichungen bei der Entwicklung des Schädels. Ich kannte in der Highschool einen jungen Mann, der buchstäblich einen „quadratischen“ Kopf hatte. Es gab ganz deutliche Ecken entlang der Oberseite seines Schädels – sie waren zwar abgerundet, aber es waren trotzdem Ecken. Das war einfach seine natürliche Anatomie, und er hatte noch nie eine Kopfverletzung erlitten.
 
Bei einigen Menschen mit extrem kurz rasierten Haaren sind die Schädelkonturen deutlich sichtbar, während der Kopf bei anderen vollkommen glatt wirkt. Beides ist völlig normal. Wenn du die Köpfe mehrerer Personen durch Ertasten vergleichen würdest, würdest du feststellen, dass die wenigsten davon absolut glatt sind.
 
Obwohl sich der Schädel wie ein einziges, festes Stück Knochen anfühlt, besteht er eigentlich aus 22 verschiedenen Knochen: 14 davon bilden das Gesicht und 8 bilden den oberen und hinteren Teil des Schädels (das sogenannte Cranium). Im Säuglings- und Kindesalter sind diese Schädelknochen durch faserige Gelenke, die sogenannten Schädelnähte (Suturen), miteinander verbunden. Während wir wachsen, verschmelzen diese Knochen miteinander, aber die Linien, an denen sie aufeinandertrafen, bleiben oft als feine, natürliche Erhebungen oder leicht erhöhte Bereiche spürbar.
 
Die Knochen des menschlichen Schädels
 
Es gibt auch eine Reihe völlig normaler Knochenstrukturen auf dem Schädel, die sich wie Beulen anfühlen können. Kleine Muskelansatzpunkte, natürliche Unterschiede in der Knochendicke und etwas ausgeprägtere Erhebungen im hinteren oder oberen Bereich des Schädels können leicht mit etwas Ungewöhnlichem verwechselt werden, obwohl sie eigentlich Teil eines völlig gesunden Skeletts sind. Die meisten Menschen bemerken sie einfach nie – es sei denn, sie fahren zufällig mit den Fingern über die Stelle, ändern ihre Frisur oder werden von jemand anderem darauf aufmerksam gemacht.
 
Es ist auch erwähnenswert, dass viele „Schädelbeulen“ eigentlich gar nicht vom Knochen selbst stammen. Die Kopfhaut ist dick und enthält Haarfollikel, Talgdrüsen, Bindegewebe und Fett – all das kann harmlose, gutartige Wucherungen entwickeln. Der häufigste Verursacher auf der Kopfhaut ist eine Trichilemmalzyste (eine glatte, flüssigkeitsgefüllte Beule, die von den Haarfollikeln ausgeht), obwohl auch andere gutartige Wucherungen wie Lipome (kleine, weiche Fettansammlungen) oder Epidermoidzysten sehr häufig vorkommen.
 
Im Fall deiner Frau kann es gut sein, dass sie diese kleinen, harmlosen Wölbungen schon ihr ganzes Leben lang hat, ohne jemals zu wissen, dass sie da sind. Es kommt unglaublich oft vor, dass Menschen plötzlich eine schon lange bestehende Beule entdecken – einfach nur wegen eines neuen Haarschnitts oder einer flüchtigen Berührung.
 
Als Faustregel gilt jedoch: Wenn diese Wölbungen völlig neu sind, scheinbar wachsen, schmerzhaft oder druckempfindlich werden oder von anderen Symptomen begleitet werden, sollten sie von einem Arzt untersucht werden. Obwohl die überwiegende Mehrheit der Beulen am Kopf völlig harmlos ist, verdient jede sich verändernde oder ungeklärte Beule zur Sicherheit eine professionelle medizinische Abklärung.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen