Einen Bart wachsen lassen

Mann mit langem Bart
Bild: Ariantolog/Shutterstock
F: Ich würde mir gerne einen längeren Bart wachsen lassen, aber ab einer bestimmten Länge wächst er gefühlt in alle Richtungen und sieht einfach ungepflegt aus. Ich habe schon Pomade ausprobiert und ihn sogar einmal chemisch glätten lassen – das hat alles aber nur noch schlimmer gemacht. Hast du einen guten Rat für mich?
 
A: Gesichtshaar unterscheidet sich grundlegend von deinem Kopfhaar: Es ist meistens viel drahtiger, hat ein ganz eigenes Locken- oder Wellenmuster und neigt von Natur aus extrem zu Trockenheit. Zu allem Überfluss müssen die meisten Männer feststellen, dass ihre Barthaare je nach Stelle im Gesicht oder am Hals in völlig unterschiedliche Richtungen wachsen.
 
Chemische Behandlungen wie Glättungen oder sogenannte Relaxer sind pures Gift für drahtiges Gesichtshaar. Sie entziehen dem Haar seine natürlichen Lipide und hinterlassen es strohig, trocken und am Ende noch widerspenstiger als vorher. Statt auf aggressive Chemie zu setzen, solltest du lieber lernen, mit deinem natürlichen Haarwuchs zu arbeiten. Mit den folgenden Tipps gelingt dir ein längerer, gesunder Bart:
 
• Steh die „Zwischenphase“ durch: Die meisten Männer, die sich einen langen Bart wachsen lassen wollen, erreichen irgendwann diesen einen Punkt, an dem die Haare wild und absolut ungezähmt wirken. Oft hilft an dieser Stelle einfach nur Geduld. Sobald dein Bart nämlich länger wird, zieht das reine Gewicht der Haare ihn ganz von allein nach unten. Dadurch liegt er flacher an und lässt sich viel leichter bändigen als noch wenige Wochen zuvor.
 
• Nutze die richtigen Stylingprodukte: Normale Haarpomaden haben oft einfach nicht genug Halt für drahtiges Gesichtshaar. Versuche es stattdessen mit einem hochwertigen Bartbalsam (Beard Balm), der pflegende Sheabutter oder pflanzliche Öle mit Bienenwachs für einen leichten bis mittleren Halt kombiniert. Für besonders hartnäckige Stellen kannst du zusätzlich ein festeres Schnurrbartwachs (Mustache Wax) nehmen, um abstehende Haare gezielt zu bändigen. Die besten Ergebnisse erzielst du übrigens, wenn du diese Produkte direkt nach dem Waschen in den noch leicht feuchten Bart einarbeitest, um die Feuchtigkeit optimal einzuschließen.
 
• Täglich pflegen und mit Feuchtigkeit versorgen: Trockenes Haar ist starr und steht unschön ab. Halte deinen Bart geschmeidig, indem du ihn mit einem milden, sulfatfreien Bartshampoo wäschst (nimm bitte niemals normales Haarshampoo, da es der Haut und dem Haar die natürlichen Öle entzieht) und danach täglich ein gutes Bartöl verwendest. Gut mit Feuchtigkeit versorgtes Gesichtshaar ist deutlich weicher und lässt sich folglich viel besser in Form bringen.
 
• Gewöhne die Haare an eine Wildschweinborstenbürste: Das tägliche Kämmen und Bürsten mit einer festen, natürlichen Wildschweinborstenbürste ist das absolute A und O. Das verändert zwar nicht deine DNA, aber die festen Borsten helfen aktiv dabei, die Haare mit der Zeit physisch daran zu gewöhnen, in die von dir gewünschte Richtung zu liegen. Gleichzeitig verteilen sie die natürlichen Öle deiner Haut bis in die Haarspitzen, was den gesamten Bart spürbar weicher macht.
 
• Vergiss die Effilierschere, setz auf Freihand-Trimmen: Manche Leute raten dazu, eine Effilierschere (Ausdünnschere) zu benutzen, um Fülle aus dem Bart zu nehmen – bei drahtigen oder lockigen Bärten kann das jedoch gewaltig nach hinten losgehen. Wenn du willkürlich einzelne Haare innerhalb eines Lockenmusters kürzt, können winzige, starre „Federn“ entstehen, die die längeren Haare erst recht nach außen drücken. Dadurch sieht dein Bart nur noch fusseliger und lückenhafter aus. Geh stattdessen lieber zu einem erfahrenen Barbier, der den Bart freihändig mit einer normalen Schere oder dem Trimmer in Form schneidet. So nimmt er gezielt die Masse weg, ohne dass du dabei an Gesamtlänge verlierst.
 
Jeder Bart hat sein ganz eigenes, individuelles Wuchsmuster. Statt gegen die natürlichen Eigenheiten deines Bartes anzukämpfen, liegt das wahre Geheimnis eines großartig aussehenden Bartes darin, ihn gesund zu halten, die richtigen Styling-Hilfsmittel zu nutzen und mit seinem natürlichen Fall zu arbeiten.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Bart und Schnurrbart