Haarfarbe und Ammoniak

Chemische Formel für Ammoniak
Bild: Zerbor/Shutterstock
F: Ich würde gerne wissen, ob ich eine klassische Spülung zum Ausspülen oder einen Leave-in-Conditioner verwenden sollte, da ich meine Haare färbe und hin und wieder einen Föhn sowie ein Glätteisen benutze.>
 
Außerdem bin ich bei den verschiedenen Haarfarben etwas verwirrt: Es gibt Varianten mit Ammoniak und ammoniakfreie Typen. Welche sollte ich am besten verwenden? Was bewirkt Ammoniak eigentlich genau in der Haarfarbe? Ich habe etwa 40–50 % graues Haar. Kann ich mir zusätzlich zum Färben auch noch Strähnchen machen lassen?

 
A: Wenn du regelmäßig Hitzestyling-Tools wie Föhn und Glätteisen benutzt, braucht dein Haar jeden Schutz, den es nur bekommen kann. Die Wahrheit ist: Du solltest dich gar nicht erst zwischen einer Spülung zum Ausspülen und einem Leave-in-Conditioner entscheiden müssen. Am besten verwendest du einfach beide Produkte. Verwende nach jeder Haarwäsche zuerst eine gute Spülung, die du wieder ausspülst, und trage dann vor dem Hitzestyling einen Leave-in-Conditioner auf. Diese doppelte Schutzschicht hilft dabei, dein Haar effektiv vor den Schäden zu bewahren, die Hitzewerkzeuge verursachen können – besonders in Kombination mit der chemischen Belastung durch die Haarfarbe.
 
Was das Ammoniak in Haarfarben betrifft, so erfüllt es im Wesentlichen zwei wichtige Aufgaben:
 
• Erstens öffnet Ammoniak die Schuppenschicht des Haares (die äußere Schutzschicht), damit die Pigmente und Farbmoleküle tatsächlich tief in den Haarschaft eindringen können, anstatt lediglich auf der Oberfläche zu haften.
 
• Zweitens aktiviert es das Peroxid im Entwickler, was den Farbmolekülen dabei hilft, sich optimal zu bilden und fest im Haar zu verankern.
 
Da Ammoniak alkalisch ist, lässt es das Haar leicht aufquellen und stellt die Schuppenschicht auf. Dadurch entstehen winzige Wege, über die die Farbe tief eindringen kann.
 
Ammoniakfreie Formeln verwenden alternative alkalische Inhaltsstoffe, um denselben Job zu erledigen. Diese sind jedoch oft deutlich sanfter und verströmen nicht diesen starken, typischen Geruch, den viele Menschen als unangenehm empfinden. Bei besonders widerspenstigen Haartypen sind sie unter Umständen allerdings nicht ganz so effektiv.
 
Bei einem Grauanteil von 40–50 % hast du es mit Haar zu tun, das von Natur aus widerstandsfähiger gegen Colorationen ist, da graues Haar eine etwas andere Struktur besitzt. Es ist meist gröber und die Schuppenschicht liegt dichter an. Das bedeutet, dass Formeln auf Ammoniakbasis bei dir tatsächlich spürbar besser funktionieren könnten, da sie hartnäckige Schuppenschichten effektiver öffnen. Wenn dich der Geruch jedoch stört oder deine Kopfhaut empfindlich reagiert, kannst du natürlich zuerst ammoniakfreie Optionen ausprobieren. Dein Colorist kann dir dabei helfen, genau herauszufinden, was für deinen speziellen Haartyp am besten funktioniert.
 
Haarfarbe mit oder ohne Ammoniak
 
Was Strähnchen zusätzlich zum Färben angeht: Ja, du kannst durchaus beides machen, aber du musst dabei sehr strategisch vorgehen. Wenn du bereits gefärbtem Haar zusätzliche Strähnchen hinzufügst, schichtest du verschiedene chemische Prozesse direkt übereinander. Das kann schnell zu Trockenheit, Haarbruch oder unvorhersehbaren Farbergebnissen führen, wenn man nicht absolut vorsichtig ist.
 
Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die einzelnen Behandlungen zeitlich klar zu trennen, regelmäßig tiefenwirksame Pflegemasken zu verwenden und eng mit einem erfahrenen Coloristen zusammenzuarbeiten, der den Zustand deines Haares vorab genau beurteilen kann. Wenn dein Haar bereits erste Anzeichen von Schäden oder Trockenheit zeigt, ist es besser, sich erst einmal voll und ganz darauf zu konzentrieren, es wieder gesund zu pflegen, bevor weitere chemische Behandlungen dazukommen.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Färben