Frisieren ohne Geräte

Wir können froh sein, dass wir heute so viele Dinge verfügbar haben, die uns bei der Pflege und bei dem Styling unseres Haares helfen. Es gibt Lockenstäbe, Glätteisen, Föhne, Heisse Kämme, Heisse Wickler, Kreppeisen, etc. Es gibt ein Gerät für so ziemlich alles, was man mit Haar machen kann. Das war aber nicht immer so. In der Vergangenheit müssten unsere Vorfahrinnen ihr Haar ohne Geräte formen und frisieren.
In unserer Ausbildung als Stylisten lernen wir, wie man das Haar auf sehr grundlegende und scheinbar primitive Art verändern kann. Aber, um die Wahrheit zu sagen, wenn diese alten Techniken meistern, dann können diese sehr wertvoll sein. Mit nichts mehr als einem Kamm, einer Hand voller Clips oder Haarnadeln und etwas Stylingprodukt kann man selbst wunderschöne Looks zaubern.
Fingerwellen:
Wenn sie den Hitfilm „Chicago“ gesehen haben und Renee Zellwegers reizende Frisuren bewunderten, aber nie verstanden, wie sie in ihrer Gefängniszelle so gut aussehen konnte, hier ist die Antwort – eine Technik mit dem Namen Fingerwellen, die auch manchmal als Wasserwellen bezeichnet wird.


Für die Fingerwellen beginnen sie mit nassem Haar, auf das sie grosszügig ein Styling Produkt verteilen, dann kämmen sie das Haar zu Rippen und formen mit den Fingern Wellen. Entscheiden sie wo die Wellen beginnen sollen und legen sie ihren Mittelfinger flach gegen das Haar. Dann nehmen sie denn Kamm und drücken diesen gegen die Seite des Fingers und ziehen denn Kamm (mit den Zähnen nach unten) in 2.5 cm Abschnitten am Finger entland, so dass sich eine Erhöhung formt. Ohne den Kamm abzuheben drücken sie ihn dann flach gegen den Kopf.
Danach pressen sie mit ihrem Zeigefinger neben dem Mittelfinger mit der Erhöhung dazwischen. Halten sie es kurz. Danach drehen sie denn Kamm wieder in die Vertikale und ziehen ihn weiter nach unten und kurven das Haar wieder, aber in die entgegengesetzte Richtung. Ziehen sie ihren Mittelfinger entlang, so dass sie die Welle so lang formen, wie sie möchten. Am Ende sollten die wellenförmige Erhöhung des Haares sein, die sich in einer Richtung bewegt und dann durch „C“ mit einer Welle verbunden ist, die sich in die entgegengesetzte Richtung bewegt.
Legen sie dann eine weitere Welle etwa einen oder zwei Finger breit darunter und fahren sie fort nach Lust und Laune Wellen zu bilden.
Wenn alles trocken ist, dann können sie die Fingerwellen sanft auskämmen und das Ergebnis ist ein sanftes Wellenmuster in Haar das ansonsten glatt ist.

Die meisten Fingerwellen werden mit geklipsten Locken vervollständigt, so lange das Haar dafür nicht zu kurz ist. Diese liegen normalerweise in Pony Bereich, an den Wangen oder entlang des Nackens. Diese Art der Locken waren ein fester Bestandteil im Schönheitsprogramm der „modernen Frau“.
Klammerlocken kann man entweder flach am Kopf anlegen oder in Sektionen aufgeteilt, wie kleine Scheiben aus Haar formen. Um diese Locken zu kreieren beginnen sie mit nassem Haar, das mit viel Produkt getränkt wurde und kämmen sie eine Strähne zu einem Band. Mit den Fingern formen sie dann das Band zu einer runden Locke wobei sich das Haar auch überlagern kann, wenn es eine entsprechende Länge hat.
Befestigen sie dann die die Rolle oder Scheibe mit einer Klammer oder einem Clip und machen sie mit einem anderen Segment weiter. Diese Segmente können alle Formen haben und vor allem am Haaransatz haben dreieckige Segmente den Vorteil sich im trockenen Zustand leichter zu verbinden.
Das mögliche Ergebnis hängt davon ab wie flach am Kopf die Locke gelegt wurde, wie groß diese war und wie lang das Haar war (daher, wie oft es sich überlagert hat.)
Die gerollte Locke ist quasi eine Klammerlocke, aber diese ist aufrecht und abstehend vom Kopf. Sie wird an ihrer Unterseite mit einer Klammer oder einem Clip verankert und resultiert in Locken mit mehr Volumen, als die regulären Klammerlocken. Wenn es ihnen hilft, dann stellen sie sich einfach vor es sind gewickelte Locken, aber ohne Wickler.
Nehmen sie ihr nasses und mit Styling Produkt getränktes Haar und teilen sie es so auf, als würden sie es auf Wickler rollen. Anstatt von Wicklern rollen sie es aber über ihren Finger. Wenn es ganz gerollt ist, schieben sie eine Klammer oder einen Clip entlang der Unterseite und befestigen sie die geformte „Rolle“ gut am Haar bevor sie ihren Finger wieder befreien. Es braucht ein wenig Übung, aber die Ergebnisse können wirklich sehr zufriedenstellend sein. Ich kenne eine Frau, deren Familie ganz verrückt nach Camping ist. Sie liebt diese Technik, weil sie so auch während den abenteuerlichen Exkursionen ihrere Familie in die wilde Natur wohl frisiert aussehen kann.
Auf den Bildern oben sehen sie alle drei Techniken. Wir haben drei gerollte Locken im Pony Bereich, Fingerwellen im oberen Bereich, am Oberkopf und am oberen Ende des Nacken und Klammerlocken entlang der Seiten und am unteren Ende der Frisur um etwas Volumen zu schaffen. Sie können am fertigen Look feststellen, dass es aussieht als habe man die normalen Geräte benutzt, wobei diese nicht einmal in die Nähe des Haares kamen.
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