Haarfarben im Vergleich

Ein Leitfaden für Farbfamilien, Tonhöhen und Nuancen
Die Haarfarbe ist eines der ersten Merkmale, die anderen an uns auffallen. Sie betont deine Gesichtszüge, schmeichelt deinem Hautton, bringt deine Persönlichkeit perfekt zum Ausdruck und kann den gesamten Schnitt deiner Frisur komplett verwandeln. Egal, ob dein Haar von Natur aus dunkel, hell, rot, grau oder irgendwo dazwischen ist – jede einzelne Nuance besitzt ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter.Die vier Hauptfarbfamilien
Obwohl es auf dem Markt Hunderte von individuellen Nuancen gibt, lässt sich nahezu jede natürliche Haarfarbe einer von vier großen Hauptgruppen zuordnen:• Blond
• Braun (Brünett)
• Rot
• Grau oder Weiß
Innerhalb jeder dieser Familien findest du sowohl hellere als auch dunklere Varianten sowie warme, kühle und neutrale Untertöne. Einige Haarfarben kombinieren sogar die schönsten Eigenschaften aus zwei verschiedenen Familien, wodurch wunderbar mehrdimensionale Töne wie Erdbeerblond oder Kupferbraun entstehen.
Was bestimmt die natürliche Haarfarbe?

Unsere natürliche Haarfarbe entsteht durch Farbpigmente namens Melanin, die direkt in den Haarfollikeln gebildet werden. Es gibt im Wesentlichen zwei Hauptarten von Melanin, die im Zusammenspiel deine Naturhaarfarbe bestimmen:
• Eumelanin: Dieses Pigment erzeugt schwarzes und braunes Haar.
• Phäomelanin: Dieses Pigment ist für rote, orangefarbene und gelbe Töne verantwortlich.
Jeder Mensch besitzt eine ganz individuelle Kombination dieser Pigmente. Die genaue Menge und das jeweilige Mischungsverhältnis entscheiden am Ende darüber, ob dein Haar in tiefem Schwarz, softem Mittelbraun, glänzendem Goldblond, feurigem Kupferrot oder in irgendeinem faszinierenden Ton dazwischen erstrahlt.
Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich die Melaninproduktion des Körpers allmählich. Sobald weniger Pigmente gebildet werden, mischen sich die ersten grauen Haare unter die Naturfarbe. Stoppt die Melaninproduktion in den Follikeln schließlich komplett, wächst das Haar farblos und somit rein weiß nach.
Haarfarben-Tonhöhen (Levels) verstehen

Professionelle Stylistinnen und Stylisten beschreiben Haarfarben mithilfe eines standardisierten Tonhöhen-Systems (auch bekannt als Level-System), anstatt sich auf vage Beschreibungen wie „hell“ oder „dunkel“ zu verlassen. Diese internationale Skala reicht in der Regel von 1 bis 10:
• Level 1: Schwarz
• Level 2: Sehr dunkles Braun
• Level 3: Dunkelbraun
• Level 4: Mittelbraun
• Level 5: Hellbraun
• Level 6: Dunkelblond
• Level 7: Mittelblond
• Level 8: Hellblond
• Level 9: Sehr helles Blond
• Level 10: Platin oder hellstes Blond
Hinweis: Das jeweilige Level (die Tonhöhe) bezieht sich ausschließlich darauf, wie hell oder dunkel das Haar ist. Es sagt noch nichts darüber aus, ob es sich um einen warmen, kühlen oder neutralen Farbton handelt.
Blondes Haar

Blondes Haar ist weltberühmt für seine Leuchtkraft und seine enorme Vielfalt. Es ist weit mehr als nur eine einzige, flache Farbe. Blond umfasst Dutzende verschiedener Nuancen, die sich am besten nach ihrer Farbtemperatur einteilen lassen:
Kühle Blondtöne
Kühle Blondtöne enthalten so gut wie keine Gelb- oder Goldanteile. Sie zeichnen sich stattdessen durch silbrige, beige oder leicht gräuliche Untertöne aus, was für einen besonders edlen, modernen und cleanen Look sorgt.Beispiele: Platinblond, Eisblond, Aschblond, Perlblond, Silberblond
Warme Blondtöne
Warme Blondtöne weisen goldene, gelbe oder sanft kupferfarbene Nuancen auf, die dem Haar einen weichen, harmonischen und wie von der Sonne geküssten Look verleihen.Beispiele: Honigblond, Goldblond, Karamellblond, Butterblond, Sandblond
Braunes Haar (Brünett)

Braunes Haar ist weltweit die am häufigsten vorkommende natürliche Haarfarbe. Die Palette reicht von fast schon schwarzem Espresso bis hin zu einem weichen Hellbraun und bietet eine unglaubliche Vielseitigkeit für jeden Typ.
Kühles Braun
Kühle Brauntöne besitzen kaum bis gar keine roten oder goldenen Untertöne. Dadurch wirken sie extrem satt, elegant, rauchig und edel zurückhaltend.Beispiele: Espresso, Soft-Black (ein weiches Schwarz), Aschbraun, kühles Mokka
Warmes Braun
Warme Brauntöne enthalten deutlich sichtbare Nuancen von Gold, Karamell, Kupfer oder Rot. Diese warmen Reflexe verleihen dem Haar eine lebendige Tiefe und eine wunderbare Dimension.Beispiele: Kastanienbraun, Bitterschokolade (Dark Chocolate), Schokoladenbraun, Zimtbraun, Goldbraun, Karamellbraun, Walnuss, Kakao
Rotes Haar

Natürliches rotes Haar ist eine echte Rarität und die seltenste Haarfarbe der Welt. Genau das macht rote Nuancen so extrem beliebt bei allen, die sich einen auffälligen, ausdrucksstarken und individuellen Look wünschen. Das Spektrum reicht dabei von sanftem Kupfer bis hin zu tiefem, mystischem Burgund.
Helle Rottöne
Helle Rottöne haben einen sehr hohen Anteil an orangefarbenen und goldenen Pigmenten, was sie extrem leuchtend, strahlend und voller Energie wirken lässt.Beispiele: Ingwer (Ginger), Kupfer, helles Kupfer, Erdbeerblond
Dunkle Rottöne
Dunklere Rottöne kombinieren satte rote Pigmente mit tiefen Braun- oder Violetttönen. Das Ergebnis ist ein besonders dramatisches, elegantes und edles Erscheinungsbild.Beispiele: Auburn (Kupferbraun), dunkles Auburn, Zimt, Mahagoni, Kirschrot, tiefes Burgund
Graues und weißes Haar

Graues Haar entsteht im Laufe des Lebens ganz natürlich, wenn sich die körpereigene Pigmentproduktion verlangsamt. Während manche Menschen bereits in ihren Zwanzigern die ersten silbernen Fäden entdecken, behalten andere ihre ursprüngliche Naturhaarfarbe bis ins hohe Alter. Im Friseursalon wird graues Haar meist nach dem prozentualen Anteil des noch pigmentierten Haares beschrieben und nicht nach klassischen Tonhöhen:
• 25 % Grauanteil: Der Großteil der natürlichen Originalfarbe ist noch vorhanden, erste graue Strähnen setzen dezente Akzente.
• 50 % Grauanteil: Es hält sich genau die Waage – das sorgt für den klassischen, charmanten „Salz-und-Pfeffer“-Look.
• 75 % Grauanteil: Die grauen Haare dominieren deutlich, wodurch das Haar insgesamt silbern und sehr edel wirkt.
• Nahezu 100 % Grauanteil: Praktisch alle Pigmente sind verschwunden; das Haar sieht in der Regel rein weiß aus.
Moderner Trend-Hinweis: Das bewusste Färben oder Veredeln der Haare in Nuancen wie Silber, Platingrau, Rauchgrau oder Stahlgrau ist längst kein Zeichen des Alters mehr, sondern mittlerweile in allen Altersgruppen ein extrem angesagter Megatrend.
Die Nuance (Unterton): Warm, kühl und neutral

Zwei Personen können Haare auf exakt derselben Helligkeitsstufe tragen – beispielsweise ein klassisches Mittelblond – und dennoch völlig unterschiedlich wirken. Das liegt am sogenannten Unterton (auch Tone genannt). Während die Tonhöhe (Level) festlegt, wie hell oder dunkel dein Haar ist, bestimmt die Nuance die visuelle „Temperatur“ und den genauen Farbcharakter.
Diese Nuancen lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen:
• Warme Töne: Diese Nuancen basieren auf dominierenden Pigmenten in Gold, Gelb, Kupfer, Orange oder Rot. Sie reflektieren das einfallende Licht besonders stark, wirken lebendig sowie glänzend und zaubern einen feurigen oder sonnengeküssten Effekt ins Haar.
• Kühle Töne: Diese Nuancen weisen Untertöne von Asche, Blau, Violett, Silber oder Grau auf. Statt das Licht stark zu reflektieren, absorbieren kühle Töne es leicht, was einen weicheren, matten und rauchigen Look erzeugt. Beim Färben werden kühle Töne zudem gezielt eingesetzt, um einen unerwünschten Rot- oder Gelbstich (oft auch als Messingstich bezeichnet) effektiv zu neutralisieren.
• Neutrale Töne: Diese Nuancen halten die perfekte Waage zwischen warmen und kühlen Pigmenten. Da keine der beiden Farbtemperaturen die Oberhand gewinnt, wirken neutrale Töne besonders organisch, natürlich und schmeicheln nahezu jedem Hautton und jeder Augenfarbe.
Farbfamilien harmonisch mischen

Viele der schönsten und modernsten Haarfarben lassen sich gar nicht so einfach in eine einzige Schublade stecken. Stattdessen verbinden sie die Vorzüge zweier verschiedener Farbfamilien nahtlos miteinander:
• Erdbeerblond (Strawberry Blonde): Eine hinreißende Mischung aus Blond und Rot mit sanften, gold-kupferfarbenen Reflexen.
• Auburn (Kupferbraun): Eine satte, tiefgründige Kombination aus Braun und Rot, die von dezent-elegant bis hin zu extrem leuchtend variieren kann.
• Bronde: Eine maßgeschneiderte, fließende Verschmelzung aus Blond und Braun, die eine wunderbar natürliche, wie von der Sommersonne aufgehellte Dimension kreiert.
• Dunkelblond: Diese Farbe liegt haargenau auf der Grenze zwischen Blond und Hellbraun und gilt als eine der wandlungsfähigsten und elegantesten Naturhaarfarben überhaupt.
Haarfarben richtig zu vergleichen ist im Grunde ganz einfach, sobald du das grundlegende Trio beherrschst: Farbfamilie, Tonhöhe (Level) und Nuance (Tone). Auch wenn sich Salons und Drogeriemarken für ihre Produkte immer wieder neue, fantasievolle Namen ausdenken – am Ende lässt sich fast jede Nuance auf Blond, Braun, Rot oder Grau zurückführen. Und genau dazwischen wartet eine unendliche, aufregende Auswahl an wunderschönen Mischungen darauf, von dir entdeckt zu werden.
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